Advent, Advent

Ihr Lieben, ich melde mich aus dem Nähchaos. Der Umsatz in meinem etsy-shop ist der Wahnsinn und einige von Euch haben ja auch bei mir bestellt – ganz lieben Dank dafür. Der Beitrag wird deswegen aber heute kürzer, denn während ich hier schreibe, höre ich bereits wieder das heißgeliebte etsy-„Kasching“. Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt habe, aber meine etsy-App auf dem Handy macht das Geräusch einer alten Registrierkasse, wenn ein neuer Auftrag reinkommt. Und da einmal Kasching nicht genug ist, macht die App auf dem Tablet das gleiche Geräusch – allerdings mit zeitlicher Verzögerung. Vielleicht sollte ich das abstellen, denn mittlerweile macht es mich der Sound etwas nervös. Ich bin dann ganz froh, wenn es „nur“ ein Lichtbeutel ist, denn den kann ich recht schnell anfertigen. Es kommt aber auch vor, dass es vier Kissen mit Hirschapplikation sind und pro Kissen kann man schon eine Stunde Arbeitszeit rechnen. Mittlerweile sind alle Bestände, die ich für das Weihnachtsgeschäft vorgearbeitet hatte, restlos aufgebraucht. Das bedeutet, ich mache alles frisch.

Anfang letzter Woche habe ich das Ergebnis meines CTs bekommen. Meine Onkologin hat mir einen Riesenschreck eingejagt, weil sie mich diesmal freundlicherweise angerufen und auf Band gesprochen hat, als sie mich nicht erreichte. Wir waren irgendwann einmal so verblieben, dass sie sich nur meldet, wenn Gesprächsbedarf besteht. Mir ist also das Herz in die Hose gerutscht, als ich ihre Stimme auf Band hörte. Die Kopie des Befundes hatte ich nämlich leider noch nicht bekommen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass das in dem Kernspinnzentrum, in dem ich bin, scheinbar eine unlösbare Aufgabe ist? Aber erst seit ca. zwei Jahren. Vorher hat es immer reibungslos geklappt. Zunächst einmal ist es gewöhnungsbedürftig, dass man weder vor dem CT noch nach dem CT mit einem Arzt sprechen kann. Darüber habe ich schon einmal geschrieben. Die sind wie Geister. Man macht also das CT, bekommt einen riesigen Umschlag mit Aufnahmen mit, die sich nie jemand anguckt und eine CD mit Bildern, die man nur mit Spezialsoftware öffnen kann. Der Bericht wird dann meistens sehr zeitnah von einem der vielen Geister-Radiologen geschrieben und an die überweisenden Ärzte gefaxt. Der Patient ist irgendwie nur Mittel zum Zweck. Er muss sich halt irgendwie einmal ablichten lassen, damit es was zu schreiben gibt. Dass dieser Patient eventuell auch eine Kopie des Berichtes haben möchte, geht irgendwie zu weit. Ich bin jetzt auch wirklich am Ende mit meinem Latein. Ich hinterlasse meinen Wunsch mittlerweile schriftlich, zusätzlich rede ich mit den Mitarbeitern, die das CT durchführen und diese versichern mir, dass ich auf jeden Fall eine Kopie bekomme. Ich spreche zur Sicherheit noch mit der Dame am Empfang, die daraufhin ihren PC konsultiert – noch eine Kollegin zu Hilfe ruft, um dann gemeinsam auf den PC einzutippen. Es scheint wirklich nicht so einfach zu sein, diesen außergewöhnlichen Patientenwunsch zu vermerken. Mein Argwohn war auf jeden Fall geweckt und leider berechtigt. Ich bekam keine Kopie. Stattdessen den Anruf meiner Onkologin. Die mir auf Band mitteilte, dass „im Prinzip“ alles in Ordnung sei und wir die Behandlung so fortführen, wie sie zur Zeit ist – also nur der Antikörper. Ich fragte mich natürlich gleich was „im Prinzip“ bedeutet und belegte das Kernspinnzentrum mit einem üblen Fluch, weil ich den blöden Bericht nicht hatte.

Mittlerweile habe ich den Befund. Nachdem ich dem Ding wieder einmal hinterhertelefoniert habe, wurde er mir diesmal tatsächlich als mail Anhang geschickt, verschlüsselt natürlich. Aber der Schlüssel wurde mir am Telefon mitgeteilt. Diese Variante war mir vollkommen neu. Ich hätte schwören können, man hat mir noch vor Kurzem erläutert, dass ein Versenden per mail aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht geht. Nun habe ich Hoffnung für die Zukunft. Ich rufe jetzt einfach einen Tag nach dem CT im Kernspinnzentrum an und bitte um die Kopie des Befundes per mail. Das werden goldene Zeiten. Aber meine Onkologin hatte schon recht. Natürlich ist das ein oder andere an Metastasen da und es verändert sich weiterhin die Vernarbung in der Lunge, aber das scheint beim Zustand nach Bestrahlung normal zu sein und es sind keine neuen Metastasen dazugekommen. Also „im Prinzip“ alles OK.

Mein veganes Experiment läuft auch weiter. Eigentlich klappt es wirklich gut. Aber ich stelle fest, dass eine rein vegane Ernährung für mich zu kompromisslos ist. Ich brauche auch mal die Ausnahme. Ein Frühstücksei am Wochenende oder ein bisschen Räucherlachs zum Abendbrot oder im Restaurant das leckere Steak anstatt des veganen Currys. Auch bei Käse wird es rein vegan sehr eintönig. Es gibt zwar eine vegane Käsevariante, die ich mag, aber bei Parmesan hört es zum Beispiel schon auf. Nichts geht über echten Parmesan. Und da sage ich mir: Streu Dir lieber einen kleinen Teelöffel echten frischgeriebenen Parmesan über Deine vegane Pasta anstatt irgendein Zeug aus Cashewnuss und Hefeflocken, das eher schmeckt wie der trockene Reibekäse aus der Tüte in der Miracoli-Packung, die immer im Müll gelandet ist. Bis Miracoli das wohl auch mal gemerkt hat und die „Käse“-Tüten nun einfach weglässt. Übrigens ist Miracoli auch vegan – solange man keine Butter in die Tomatensauce rührt. Zum Thema Butter: Da habe ich was Tolles entdeckt! Ich hatte einen Testbericht zu veganen Butteralternativen gelesen und es gab darin nur eine pflanzliche Butter, die auch wie Butter schmecken soll. Nur leider von Naturli, einem Schweizer Hersteller. Unerreichbar, dachte ich. Aber als ich neulich seit langer Zeit mal wieder in unserem Biomarkt eingekauft habe – immer auf der Suche nach einer neuen veganen Offenbarung – habe ich diese vegane Butter aus der Schweiz gefunden. Die ist dort fest im Sortiment und was soll ich sagen – sie schmeckt fantastisch. Sie ist leicht gesalzen, dass muss man zugegebenermaßen mögen, aber ich liebe das. Es gibt die Butter dort sogar als streichfähige Variante fürs Brot.

Außerdem habe ich jetzt eine allmächtige Küchenmaschine. Sie hat einen so kraftvollen Motor, dass sie Mandeln und Nüsse innerhalb von Minuten zu feinem Mus verarbeiten kann, ohne dabei heiß zu werden. Da habe ich mich vorher natürlich auch sehr eingelesen und mich für die französische Marke Magimix entschieden. Sie kann auch Teig bereiten, natürlich Smoothies und Co. und hat diverse Aufsätze für Rohkost und andere Dinge. Nur fehlt es mir momentan an der Zeit, das alles auszuprobieren und neue vegane Rezepte zu testen. Ich denke spätestens ab Weihnachten wird es im etsy-shop ruhiger und dann werde ich das alles nachholen.

Ich wünsche Euch eine gemütliche Adventszeit, macht es Euch schön – egal was um uns herum wieder so alles passiert. Kerzenschein, eine schöne Kanne Tee oder heiße Schokolade und dazu ein Weihnachtsfilm – was gibt es Schöneres um dem Alltag zu entfliehen? Und das lassen wir uns nicht verderben!

Veröffentlicht von bluemchenfee

Im Oktober 2011 erhielt ich die Diagnose metastasierter Darmkrebs. Zu diesem Zeitpunkt war ich 38 Jahre alt und hatte zwei kleine Kinder im Alter von 3 und 6 Jahren. 2016 kam die Diagnose metastasierter Brustkrebs hinzu. Ich lebe in einer Kleinstadt im Hamburger Umland, bin mittlerweile geschieden, aber glücklich neu vergeben und alleinerziehende Mutter von zwei Teenagern. Mein Alltagschaos zwischen Patchwork, Hundeerziehung und Krebserkrankung wird seit einem guten Jahr durch mein kleines Unternehmen Blümchenfeedesign abgerundet. Eigentlich aus der Not heraus entstanden, habe ich mir damit den Traum einer Selbständigkeit im kreativen Bereich erfüllt. Meine Produkte findet Ihr unter bluemchenfeedesign.etsy.com oder auf Instagram unter bluemchenfeedesign. In diesem Blog schreibe ich über meine vielfältigen Erfahrungen mit der Erkrankung, der Heilung und den Herausforderungen, aber auch über die lustigen und schönen Seiten des Alltags und die Chancen, die sich selbst in so einer Situation bieten. Damit möchte ich anderen Betroffenen, Angehörigen und Interessierten Mut machen. Es gibt immer einen Weg und am Ende wird alles gut!

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